Brünn
Das Überraschende
Brünn verlor 1949 seinen Status als Landeshauptstadt und wurde zu einer von mehreren Regionalhauptstädten.
Die große Zahl
Brünn gehörte zu 7 verschiedenen Herrschaften.
Belegt mit 20 Quellen aus Archiven, Bibliotheken und Normdaten
Mehr als 69 % der Orte in unserer Sammlung hatten weniger Herrschaften.
Zeitreise
Wärst du 1810 hier geboren, wärst du Österreicher gewesen.
- Dein Ururgroßvater (geb. 1850): Österreicher
- Dein Urgroßvater (1890): Österreicher
- Dein Großvater (1930): Tschechoslowake
Mit dem Ort eines Freundes vergleichen
Ortsakte · Nr. GA-0014960
Brünn, heute Brno in Tschechien
Auch bekannt alsBrno, Statutární město Brno, Statutory City of Brno, Брно
Heute: Okres Brno-město, Tschechien
Die Kurzfassung
Dein Ort ist Brünn, heute Brno in Tschechien (Okres Brno-město). Lange vor der ersten Erwähnung lebten hier wahrscheinlich Kelten, später Markomannen und Slawen. Dort leben rund 402.739 Menschen (Stand 2025). Dein Ort Brünn ist seit dem 17. Jahrhundert das historische Zentrum Mährens und heute Verwaltungssitz der Südmährischen Region. In Brünn sind alle Organe der höchsten tschechischen Gerichtsbarkeit angesiedelt, darunter das Verfassungsgericht und der Oberste Gerichtshof. Die Villa Tugendhat gehört seit 2001 zum UNESCO-Welterbe, und 2017 wurde Brünn zur UNESCO-Stadt der Musik ernannt.
Lage
Lage: Okres Brno-město, Tschechien · 49,195° N, 16,608° O · Karte bei OpenStreetMap (öffnet in neuem Tab)
Vor der ersten Erwähnung – ungefähr
- ca. 5500 – 4900 v. Chr.Bandkeramik-Kultur (Jungsteinzeit)VermutungUm 5500 v. Chr. erreichte die Bandkeramik vermutlich auch diese Gegend; ihre jüngste Phase reichte bis etwa 4900 v. Chr.
1Beleg anzeigen
- 1 „Die Bandkeramik erreichte die nördlichen Lössgrenzen in Mitteleuropa ab 5600 bis 5500 v. Chr. Nach einigen gängigen Lehrmeinungen ging sie aus dem Starčevo-Körös-Kulturkomplex hervor.“ – Wikipedia: Linearbandkeramische Kultur
- 1 „um 5100 bis 4900 v. Chr.: jüngste LBK (Überschneidungen mit jüngerer LBK).“ – Wikipedia: Linearbandkeramische Kultur
- ca. 1300 – 800 v. Chr.Urnenfelderkultur (Bronzezeit)VermutungVon etwa 1300 bis 800 v. Chr. gehörte die Gegend vermutlich zum Einflussbereich der Urnenfelderkultur.
2Beleg anzeigen
- 2 „Sie bestand etwa von 1300 bis 800 v. Chr. (in der Urnenfelderzeit).“ – Wikipedia: Urnenfelderkultur
- 2 „Die Grenzen zwischen ihrem Verbreitungsgebiet im engeren Sinne und Regionen, die lediglich unter mehr oder weniger starkem Einfluss der Urnenfelderkultur standen, sind dabei nicht immer deutlich zu ziehen, zumal sie sich im Verlauf der Spätbronzezeit mehrfach verschieben.“ – Wikipedia: Urnenfelderkultur
- ab ca. 400 v. Chr.Boier (Kelten)ungefährEtwa im 4. Jahrhundert v. Chr. kamen keltische Boier nach Böhmen (Boiohaemum), das nach ihnen heißt.
3Beleg anzeigen
- 3 „Während der Abwanderung aus diesem Gebiet in der Latènezeit A im 4. Jahrhundert v. Chr. teilte sich der Stamm in zwei Gruppen, von denen eine nach Norditalien zog und die andere Gruppe nach Böhmen (Boiohaemum).“ – Wikipedia: Boier
- 3 „Der Name leitet sich von dem keltischen Stamm der Boier (Boiohaemum = Heim der Boier, spätlat.: Bohemia) ab.“ – Wikipedia: Böhmen
- ca. 9 v. Chr. – 180MarkomannenungefährZur Zeitenwende verdrängten oder assimilierten Markomannen die nördlichen Boier; Marbod weitete ab 3 v. Chr. seine Herrschaft aus, die Markomannenkriege endeten 180.
4Beleg anzeigen
- 4 „Die italischen Boier wurden nach 200 v. Chr. romanisiert und die nördlichen Boier zur Zeitenwende durch die Markomannen germanisiert.“ – Wikipedia: Boier
- 4 „Ab 3 v. Chr. weitete Marbod seine Herrschaft über benachbarte germanische Stämme wie die Hermunduren und Quaden, 5 n. Chr. die Semnonen und später auch die Langobarden aus, die er in einem Stammesbund zusammenführte.“ – Wikipedia: Markomannen
- 4 „Die Abhängigkeit von Rom, die nur durch Aufstände in den Jahren 89 und 92 n. Chr. unterbrochen wurde, hielt bis zu den Markomannenkriegen an, die mit Unterbrechungen von 166 bis 180 n. Chr. dauerten.“ – Wikipedia: Markomannen
- ab ca. 700SlawenungefährSlawen siedelten in Mähren wahrscheinlich schon im 8. Jahrhundert; schriftliche Zeugnisse beginnen erst 822.
5Beleg anzeigen
- 5 „Schriftliche Zeugnisse über die Slawen nördlich der Donau, in der historischen Region Mähren und der Slowakei, beginnen erst im Jahr 822, allerdings lässt sich deren Geschichte schon im 8. Jahrhundert anhand bedeutender archäologischer Quellen zurückverfolgen.“ – Wikipedia: Großmährisches Reich
- ca. 1021 – 1034unbekanntbelegtZwischen 1021 und 1034 wurde die Burg Brünn erbaut, die später der anliegenden Siedlung den Namen gab.
6Beleg anzeigen
- 6 „Zwischen 1021 und 1034 wurde die Burg Brünn erbaut und gab später der anliegenden Siedlung den Namen.“ – Wikipedia: Brünn
Grenz-Zeitleiste
- 0 – 1526Königreich BöhmenKönigreich Böhmen
Bis 1526 gehörte Brünn zum Königreich Böhmen.
Quelle: Wikidata - 1091EreignisEreignis
Brünn (heute Brno) wird 1091 erstmals erwähnt.
Quelle: Wikidata P1249 - 1243EreignisEreignis
König Wenzel I. gründete Brünn 1243 als Königsstadt Böhmens.
7Beleg (Wikipedia) anzeigen
- 7 „Die Stadt wurde 1243 von Wenzel I. als Königsstadt (Böhmen) gegründet.“ – Wikipedia: Brünn
- 1336EreignisEreignis
Archivale zu Brünn: „Jacobus dictus Ror und die Schöffen der Stadt Brünn vidimieren die Urkunde König Karls von Ungarn“.
8Beleg (Staatsarchiv Nürnberg) anzeigen
- 8 „Jacobus dictus Ror und die Schöffen der Stadt Brünn vidimieren die Urkunde König Karls von Ungarn (Staatsarchiv Nürnberg), Laufzeit ab 1336“ – DDB: Staatsarchiv Nürnberg
- 1349EreignisEreignis
Ab 1349 war Brünn Sitz der Markgrafen von Mähren.
9Beleg (Wikipedia) anzeigen
- 9 „Ab 1349 war Brünn Sitz der Markgrafen von Mähren.“ – Wikipedia: Brünn
- 1419EreignisEreignis
Archivale zu Brünn: „Heinrich Behem und Heinrich Horeyn, wohnhaft in dem Dorf Brünn ("Brunne") zwischen Wermerichshausen ("Wermbergehusen") und Althausen“.
10Beleg (Staatsarchiv Würzburg) anzeigen
- 10 „Heinrich Behem und Heinrich Horeyn, wohnhaft in dem Dorf Brünn ("Brunne") zwischen Wermerichshausen ("Wermbergehusen") und Althausen (Staatsarchiv Würzburg), Laufzeit ab 1419“ – DDB: Staatsarchiv Würzburg
- 1419EreignisEreignis
Archivale zu Brünn: „Brünn, 1419.12.29. König Sigmund verspricht der Stadt zu Mainz, sie an Zöllen, Gnaden und Freiheiten zu“.
11Beleg (Stadtarchiv Mainz) anzeigen
- 11 „Brünn, 1419.12.29. König Sigmund verspricht der Stadt zu Mainz, sie an Zöllen, Gnaden und Freiheiten zu (Stadtarchiv Mainz), Laufzeit ab 1419“ – DDB: Stadtarchiv Mainz
- 1526 – 1804HabsburgermonarchieHabsburgermonarchie
Von 1526 bis 1804 gehörte Brünn zu Habsburgermonarchie.
Quelle: Wikidata - 1641EreignisEreignis
1641 löste Brünn Olmütz als Hauptstadt von Mähren ab.
12Beleg (Wikipedia) anzeigen
- 12 „Im Jahre 1641 löste Brünn Olmütz als Hauptstadt von Mähren ab.“ – Wikipedia: Brünn
- 1645EreignisEreignis
Der schwedische General Lennart Torstensson belagerte Brünn zwischen dem 4. Mai und 23. August 1645 erfolglos.
13Beleg (Wikipedia) anzeigen
- 13 „Im Dreißigjährigen Krieg wurde Brünn 1643 und nochmals zwischen dem 4. Mai und 23. August 1645 erfolglos durch den schwedischen General Lennart Torstensson belagert.“ – Wikipedia: Brünn
- 1804 – 1867Kaisertum ÖsterreichKaisertum Österreich
Von 1804 bis 1867 gehörte Brünn zum Kaisertum Österreich.
Quelle: Wikidata - 1805EreignisEreignis
1805 fand nahe Brünn die Schlacht bei Austerlitz zwischen Österreich, Russland und Napoleon statt.
14Beleg (Wikipedia) anzeigen
- 14 „1805 fand nahe der Stadt die Schlacht bei Austerlitz zwischen der österreichischen und russischen Armee einerseits und der Armee des französischen Kaisers Napoleon I. andererseits statt.“ – Wikipedia: Brünn
- 1867 – 1918Österreich-UngarnÖsterreich-Ungarn
Von 1867 bis 1918 gehörte Brünn zu Österreich-Ungarn.
Quelle: Wikidata - 1918 – 1939TschechoslowakeiTschechoslowakei
Von 1918 bis 1939 gehörte Brünn zu Tschechoslowakei.
Quelle: Wikidata - 1939 – 1945Protektorat Böhmen und MährenProtektorat Böhmen und Mähren
Von 1939 bis 1945 gehörte Brünn zum Protektorat Böhmen und Mähren.
Quelle: Wikidata - 1945 – 1992TschechoslowakeiTschechoslowakei
Von 1945 bis 1992 gehörte Brünn zu Tschechoslowakei.
Quelle: Wikidata - 1993 – heuteTschechienTschechien
Seit 1993 gehört Brünn zu Tschechien.
Quelle: Wikidata - 1998EreignisEreignis
1998 erbaute Brünn die erste Moschee Tschechiens.
15Beleg (Wikipedia) anzeigen
- 15 „Im Jahr 1998 wurde in Brünn die erste Moschee Tschechiens (ohne Minarett und ohne Kuppeldach) erbaut.“ – Wikipedia: Brünn
Findbuch · Verweise
Weiter forschen
Originale Akten, Karten und Zeitungen zu Brünn liegen in deutschen Archiven. Diese Suchen führen direkt dorthin.
- Deutsche Digitale Bibliothek: Brünn (öffnet in neuem Tab)
- Deutsche Digitale Bibliothek: Brno (heutiger Name) (öffnet in neuem Tab)
- Archivportal-D: Brünn (öffnet in neuem Tab)
- Deutsches Zeitungsportal: Brünn (öffnet in neuem Tab)
Archivalien in der Deutschen Digitalen Bibliothek
7.788 Objekte zu „Brünn“ laut DDB, die ersten 5:
- Brünn (öffnet in neuem Tab) · Monografie · Technische Informationsbibliothek (TIB)
- Bruenn (öffnet in neuem Tab) · Negativ (Fotografie) · Peter Tamm Sen. Stiftung
- Brünn / Brno, Ansicht von Brünn (öffnet in neuem Tab) · Fotografie · Bildarchiv Kunstgeschichte, Institut für Kunstgeschichte und Archäologien Europas, Martin-Luther-Universität Halle Wittenberg
- Brünn. (öffnet in neuem Tab) · Kapitel · Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
- Brünn, Heinz (öffnet in neuem Tab) · Akte · Brandenburgisches Landeshauptarchiv
Ersterwähnung
Der Ort wird erstmals im Jahr 1091 erwähnt.
Das nächste runde Jubiläum: 2041 (950 Jahre).
Quellen dieser Akte (20 Quellen aus 9 Einrichtungen)
Aktenvermerk
Quellen dieser Akte
20 Quellen aus 9 Einrichtungen
Für Brünn ausgewertet: 20 Quellen · 3 Archivfunde · Ersterwähnung (1091) belegt in Wikidata.
Archive
- Jacobus dictus Ror und die Schöffen der Stadt Brünn vidimieren die Urkunde König Karls von Ungarn (1336, Staatsarchiv Nürnberg, CC0)
- Heinrich Behem und Heinrich Horeyn, wohnhaft in dem Dorf Brünn ("Brunne") zwischen Wermerichshausen ("Wermbergehusen") und Althausen (1419, Staatsarchiv Würzburg, CC0)
- Brünn, 1419.12.29. König Sigmund verspricht der Stadt zu Mainz, sie an Zöllen, Gnaden und Freiheiten zu (1419, Stadtarchiv Mainz, CC0)
Bibliotheken
- Tritt mit dem Buchhandel in Geschäftsverbindung. Die Kommissionen übernehmen H. E. Gräfe in Leipzig, Riegel und Wiessner in Nürnberg, Nicolaus Doll in Augsburg, Streng in Frankfurt und Wimmer in Wien. (1827) (1827, Deutsche Nationalbibliothek, CC0)„Katalog der Deutschen Nationalbibliothek, Schlagwort „Brünn“: 76 Katalogeinträge bis 1960; bei gleichnamigen Orten können Titel einem anderen Ort gelten.“
- Ludwig Wilhelm Seidel tritt seinen Geschäftsanteil an Carl Winiker ab, der das Geschäft allein fortsetzt. N. F.: Carl Winiker's Buch-, Kunst-, Musikalien- und Antiquarhandlung. / Ludwig Wilhelm Seidel (1841) (1841, Deutsche Nationalbibliothek, CC0)
- 5. Leitfaden für den Unterricht und die Prüfung des Forstschutz- und technischen Hülfspersonals in den k. k. österreichischen Staaten von H. C. Weeber, Forstinspector u. in Brünn. Wien 1856. W. Braumü (1857) (1857, Deutsche Nationalbibliothek, CC0)
- Übergang des Geschäftes an Richard Knauthe. N. F.: R. Knauthe. / R. Knauthe (1872) (1872, Deutsche Nationalbibliothek, CC0)
- Erl.; Eisfeld : Lfg. 30 = No. 34 (1885) (1885, Deutsche Nationalbibliothek, CC0)
- Erwähnungen in historischen Zeitungen: 232.427 Treffer bis 1950, älteste 1708 in „Hamburger Relations-Courier“ (1708, Deutsches Zeitungsportal (Deutsche Digitale Bibliothek), CC0)„Volltextsuche im Zeitungsportal nach dem Ortsnamen (deutschsprachige Zeitungen); gleichnamige Orte und Texterkennungsfehler sind möglich.“
- „Hamburger Relations-Courier“, 1708-11-05 (Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky) (1708, Deutsches Zeitungsportal (Deutsche Digitale Bibliothek), CC0)
- Die Cultuswahlen in Brünn (1900) (1900, Frankfurt University Library, gemeinfrei)
Normdaten
- Wikidata Q14960: Brünn (CC0)
- GND 4008456-5: Brünn (Gemeinsame Normdatei (DNB), CC0)„Namensvarianten: Brinnium, Bruna, Brno, Brinna, Brunna, Bruenna“
Lexika
- Wikipedia: Brünn und 6 weitere Artikel (CC BY-SA 4.0)
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Daten: GOV – Geschichtliches Orts-Verzeichnis (CC BY-SA 4.0), Wikidata (CC0), Wikipedia-Artikel: de.wikipedia.org/wiki/Brünn (CC BY-SA 4.0).
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