Finsterwalde
Das Überraschende
Finsterwalde war bis ins frühe 18. Jahrhundert mehrheitlich sorbischsprachig, obwohl der Zustrom deutscher Siedler bereits im 13. Jahrhundert begann.
Die große Zahl
Finsterwalde gehörte zu 6 verschiedenen Herrschaften.
Belegt mit 22 Quellen aus Archiven, Bibliotheken, Normdaten und Ortsverzeichnissen
Zeitreise
Wärst du 1810 hier geboren, wärst du Preuße gewesen.
- Dein Ururgroßvater (geb. 1850): Preuße
- Dein Urgroßvater (1890): Deutscher
- Dein Großvater (1930): Deutscher
Mit dem Ort eines Freundes vergleichen
Ortsakte · Nr. GA-0588905
Auch bekannt alsФинстервальде, Finsterwalde (Niederlausitz)
Heute: Landkreis Elbe-Elster, Deutschland
Die Kurzfassung
Dein Ort ist Finsterwalde (Landkreis Elbe-Elster). Lange vor der ersten Erwähnung lebten hier vermutlich Elbgermanen, später Slawen. Dort leben rund 15.488 Menschen (Stand 2025). Dein Ort Finsterwalde ist eine Stadt im südlichen Brandenburg und der einwohnerreichste Ort im Landkreis Elbe-Elster. Dein Ort wurde durch das Lied "Wir sind die Sänger von Finsterwalde" und das Sängerfest überregional bekannt. Dein Ort entwickelte sich zu einem Zentrum des Maschinen- und Anlagenbaus.
Lage
Lage: Landkreis Elbe-Elster, Deutschland · 51,628° N, 13,71° O · Karte bei OpenStreetMap (öffnet in neuem Tab)
Vor der ersten Erwähnung – ungefähr
- ca. 600 v. Chr. – 0Jastorf-Kultur (Vorläufer der Elbgermanen)ungefährVon etwa 600 v. Chr. bis zur Zeitenwende gehörte die Gegend wahrscheinlich zum Gebiet der Jastorf-Kultur, der Vorgängerin der Elbgermanen.
1Beleg anzeigen
- 1 „Die Jastorf-Kultur ist eine nordmitteleuropäische archäologische Kulturgruppe aus der Zeit von etwa 600 v. Chr. bis zur Zeitenwende (vorrömische Eisenzeit), die als Vorgängerkultur der Elbgermanen angesehen wird.“ – Wikipedia: Jastorf-Kultur
- ca. 50 v. Chr. – 1150SlawenVermutungEine vermutlich von Slawen erbaute Holzfestung aus der Zeit vor der Gründung der Stadt wurde offenbar noch im 13. Jahrhundert zu einer befestigten Burg ausgebaut.
2Beleg anzeigen
- 2 „Eine vermutlich von Slawen erbaute Holzfestung aus der Zeit vor der Gründung der Stadt wurde offenbar noch im 13. Jahrhundert zu einer befestigten Burg ausgebaut (1301 Erwähnung von oppidum et castrum, d. h. eingefriedete Siedlung und Burg).“ – Wikipedia: Finsterwalde
- 2 „Da nur vereinzelte dendrochronologische Daten bis in die Zeit vor 700 zurückreichen, ist von einem eher zurückhaltenden Beginn der slawischen Landnahme am Ende des 7.“ – Wikipedia: Obotriten
- 2 „Entsprechend formulierte Fritze 1980: Als Germania Slavica bezeichnen wir „den Bereich der mittelalterlichen deutschen Ostsiedlung in den slawisch besiedelten Gebieten östlich von Elbe und Saale, soweit er sprachlich germanisiert worden ist“.“ – Wikipedia: Germania Slavica
- 2 „In den Regionen zwischen Elbe und Oder sowie im Baltikum trug der Prozess gerade zu Anfang bis etwa 1150 Züge einer Eroberung und gewaltsamen Missionierung; andernorts zeichnete sich durch die Initiative einheimischer Grundherren eine eher friedliche Besiedlung ab.“ – Wikipedia: Deutsche Ostsiedlung
- ca. 100 – 300Semnonen (Elbgermanen)ungefährUm 100 n. Chr. siedelten zwischen Elbe und Oder wahrscheinlich die Semnonen; im dritten Jahrhundert verließen sie bis auf Restgruppen ihre Heimat und gingen in den Alamannen auf.
3Beleg anzeigen
- 3 „Um 100 n. Chr. lag ihr Siedlungsgebiet im Raum zwischen Elbe und Oder sowie von den Westsudeten bis an die Havel, zeitweise auch jenseits von Oder und Warthe.“ – Wikipedia: Semnonen
- 3 „Ab dem dritten Jahrhundert verließen die Semnonen, bis auf Restgruppen ihre Heimat an Havel und Spree in Richtung Oberrhein und gingen in den Alamannen auf.“ – Wikipedia: Semnonen
- ab ca. 1124OstsiedlungungefährSeit 1124 siedelten Flamen und Niederländer im Norden; um 1159/60 durften niederländische Siedler ehemals slawische Dörfer besetzen (Ostsiedlung).
4Beleg anzeigen
- 4 „Seit 1124 kam es zu ersten Ansiedlungen von Flamen und Niederländern in Norddeutschland bis zur Eider.“ – Wikipedia: Deutsche Ostsiedlung
- 4 „So gewährte Albrecht der Bär im Jahr 1159/60 niederländischen Siedlern das Recht, ehemalige Siedlungen der Slawen in Besitz zu nehmen.“ – Wikipedia: Deutsche Ostsiedlung
- ungefährOrtsname (germanisch)ungefährDer Ortsname ist nach einer Deutung germanischen Ursprungs.
5Beleg anzeigen
- 5 „Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 1282 unter dem Namen Vynsterwalde.“ – Wikipedia: Finsterwalde
Grenz-Zeitleiste
- 0 – 1870PreußenPreußen
Bis 1870 gehörte Finsterwalde zu Preußen.
Quelle: GOV - 1376EreignisEreignis
Archivale zu Finsterwalde: „Rep. 37 Herrschaft Finsterwalde, Kr. Luckau - Urkunden: Friedrich [II.], Kurfürst und Herzog von Sachsen, belehnt“.
6Beleg (Brandenburgisches Landeshauptarchiv) anzeigen
- 6 „Rep. 37 Herrschaft Finsterwalde, Kr. Luckau - Urkunden: Friedrich [II.], Kurfürst und Herzog von Sachsen, belehnt (Brandenburgisches Landeshauptarchiv), Laufzeit ab 1376“ – DDB: Brandenburgisches Landeshauptarchiv
- 1512 – 1806Heiliges Römisches Reich deutscher NationHeiliges Römisches Reich deutscher Nation
Von 1512 bis 1806 gehörte Finsterwalde zum Heiligen Römischen Reich deutscher Nation.
Quelle: GOV - 1625EreignisEreignis
Die Herrschaft des Adelsgeschlechts von Dieskau endete und Finsterwalde gelangte in den Besitz des sächsischen Kurfürsten Johann Georg I.
7Beleg (Wikipedia) anzeigen
- 7 „Im Jahr 1625, sieben Jahren nach Beginn des Dreißigjährigen Krieges, endete die seit 1533 andauernde Herrschaft des Adelsgeschlechts von Dieskau über die Stadt und Finsterwalde gelangte in den unmittelbaren Besitz des sächsischen Kurfürsten Johann Georg I.“ – Wikipedia: Finsterwalde
- 1677EreignisEreignis
Archivale zu Finsterwalde: „Innungsordnung des Maurergewerks in Finsterwalde vom Jahre 1677 und ihre Revision“.
8Beleg (Brandenburgisches Landeshauptarchiv) anzeigen
- 8 „Innungsordnung des Maurergewerks in Finsterwalde vom Jahre 1677 und ihre Revision (Brandenburgisches Landeshauptarchiv), Laufzeit ab 1677“ – DDB: Brandenburgisches Landeshauptarchiv
- 1681EreignisEreignis
Archivale zu Finsterwalde: „Kursächsische Ratifikation des mit Kurbrandenburg am 8./18. April 1681 in Finsterwalde geschlossenen Allianzvertrages“.
9Beleg (Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz) anzeigen
- 9 „Kursächsische Ratifikation des mit Kurbrandenburg am 8./18. April 1681 in Finsterwalde geschlossenen Allianzvertrages (Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz), Laufzeit ab 1681“ – DDB: Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz
- 1815EreignisEreignis
Preußen erhielt Finsterwalde im Ergebnis des Wiener Kongresses.
10Beleg (Wikipedia) anzeigen
- 10 „1815 gelangte Finsterwalde im Ergebnis des Wiener Kongresses zum Königreich Preußen.“ – Wikipedia: Finsterwalde
- 1871 – 1945Deutsches ReichDeutsches Reich
Von 1871 bis 1945 gehörte Finsterwalde zum Deutschen Reich.
Quelle: GOV - 1945 – 1949Sowjetische BesatzungszoneSowjetische Besatzungszone
Von 1945 bis 1949 gehörte Finsterwalde zur Sowjetischen Besatzungszone.
Quelle: GOV - 1945EreignisEreignis
Nach der Kapitulation des Deutschen Reichs im Mai 1945 übernahmen die Siegermächte die Regierungsgewalt und teilten Deutschland in Besatzungszonen. Finsterwalde lag in der Sowjetischen Besatzungszone.
11Beleg anzeigen
- 11 „Nach der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Streitkräfte am 8. Mai 1945 und der Verhaftung der Geschäftsführenden Reichsregierung am 23. Mai hatten die Siegermächte am 5. Juni mit der Berliner Deklaration und der Feststellung der Besatzungszonen sowie der Einsetzung eines alliierten Kontrollrates offiziell die Regierungsgewalt in Deutschland übernommen.“ – Wikipedia: Potsdamer Konferenz
- 11 „Der Gründung der Bundesrepublik als demokratischer westdeutscher Teilstaat mit Westbindung am 23. Mai 1949 folgte die Gründung der sozialistischen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) am 7. Oktober 1949 als ostdeutscher Teilstaat unter sowjetischer Hegemonie.“ – Wikipedia: Deutschland
- 1949 – 1990DDRDDR
Von 1949 bis 1990 gehörte Finsterwalde zu DDR.
Quelle: GOV - 1949EreignisEreignis
Aus den westlichen Besatzungszonen entstand am 23. Mai 1949 die Bundesrepublik Deutschland. Aus der sowjetischen Zone entstand am 7. Oktober 1949 die DDR.
12Beleg anzeigen
- 12 „Der Gründung der Bundesrepublik als demokratischer westdeutscher Teilstaat mit Westbindung am 23. Mai 1949 folgte die Gründung der sozialistischen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) am 7. Oktober 1949 als ostdeutscher Teilstaat unter sowjetischer Hegemonie.“ – Wikipedia: Deutschland
- 12 „Die DDR ging aus der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) hervor, die infolge der Besetzung und Teilung Deutschlands nach 1945 zustande gekommen war.“ – Wikipedia: Deutsche Demokratische Republik
- 1990 – heuteBundesrepublik DeutschlandBundesrepublik Deutschland
Seit 1990 gehört Finsterwalde zur Bundesrepublik Deutschland.
Quelle: GOV
Findbuch · Verweise
Weiter forschen
Originale Akten, Karten und Zeitungen zu Finsterwalde liegen in deutschen Archiven. Diese Suchen führen direkt dorthin.
- Deutsche Digitale Bibliothek: Finsterwalde (öffnet in neuem Tab)
- Archivportal-D: Finsterwalde (öffnet in neuem Tab)
- Deutsches Zeitungsportal: Finsterwalde (öffnet in neuem Tab)
Archivalien in der Deutschen Digitalen Bibliothek
12.634 Objekte zu „Finsterwalde“ laut DDB, die ersten 5:
- Finsterwalde, Stadtansicht : Finsterwalde. Stadtansicht (öffnet in neuem Tab) · Fotografie · Deutsche Fotothek
- Finsterwalde. Blick auf Finsterwalde (öffnet in neuem Tab) · Postkarte · Deutsche Fotothek
- Finsterwalde : Finsterwalde. Marktplatz, Blick von Südosten (öffnet in neuem Tab) · Stadt · Deutsche Fotothek
- Finsterwalde, Schloss : Finsterwalde. Schloss. Ansicht von Nordwesten (öffnet in neuem Tab) · Wasserburg · Deutsche Fotothek
- Finsterwalde. Friedrichstraße (öffnet in neuem Tab) · Postkarte · Deutsche Fotothek
Ortsname
Der Name wurde 1282 als Vynsterwalde erwähnt.
13Beleg anzeigen
- 13 „Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 1282 unter dem Namen Vynsterwalde.“ – Wikipedia: Finsterwalde
Siedlung
- 13. JahrhundertGesichert
deutsche Siedler
14Beleg anzeigen
- 14 „Trotz des Zustroms deutscher Siedler im 13. Jahrhundert blieb die mehrheitliche Umgangssprache in Finsterwalde noch bis ins frühe 18. Jahrhundert das Sorbische, in den Dörfern der Umgebung teils sogar bis zum Ende des 18. Jahrhunderts.“ – Wikipedia: Finsterwalde
- vor der Gründung der StadtWahrscheinlich
Slawen
15Beleg anzeigen
- 15 „Eine vermutlich von Slawen erbaute Holzfestung aus der Zeit vor der Gründung der Stadt wurde offenbar noch im 13. Jahrhundert zu einer befestigten Burg ausgebaut (1301 Erwähnung von oppidum et castrum, d. h. eingefriedete Siedlung und Burg).“ – Wikipedia: Finsterwalde
Volk ist nicht gleich Gene ist nicht gleich Sprache.
Ersterwähnung
Der Ort wird erstmals im Jahr 1282 erwähnt.
16Beleg anzeigen
- 16 „Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 1282 unter dem Namen Vynsterwalde.“ – Wikipedia: Finsterwalde
Das nächste runde Jubiläum: 2032 (750 Jahre).
Quellen dieser Akte (22 Quellen aus 8 Einrichtungen)
Aktenvermerk
Quellen dieser Akte
22 Quellen aus 8 Einrichtungen
Für Finsterwalde ausgewertet: 22 Quellen · 3 Archivfunde · Ersterwähnung (1282) belegt in Wikipedia: Finsterwalde.
Archive
- Rep. 37 Herrschaft Finsterwalde, Kr. Luckau - Urkunden: Friedrich [II.], Kurfürst und Herzog von Sachsen, belehnt (1376, Brandenburgisches Landeshauptarchiv, CC0)
- Innungsordnung des Maurergewerks in Finsterwalde vom Jahre 1677 und ihre Revision (1677, Brandenburgisches Landeshauptarchiv, CC0)
- Kursächsische Ratifikation des mit Kurbrandenburg am 8./18. April 1681 in Finsterwalde geschlossenen Allianzvertrages (1681, Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, CC0)
Bibliotheken
- [4347] = 2469. Kirchhain (1904) (1904, Deutsche Nationalbibliothek, CC0)„Katalog der Deutschen Nationalbibliothek, Schlagwort „Finsterwalde“: 28 Katalogeinträge bis 1960; bei gleichnamigen Orten können Titel einem anderen Ort gelten.“
- 103. Lübben (1908) (1908, Deutsche Nationalbibliothek, CC0)
- 367 / 392. Sektion Finsterwalde, Grossenhain / Herausgegeben von der Historischen Kommission für die Provinz Sachsen und das Herzogtum Anhalt (1909) (1909, Deutsche Nationalbibliothek, CC0)
- [4347] = 2469. Kichhain (1911) (1911, Deutsche Nationalbibliothek, CC0)
- [4348] = 2470. Finsterwalde (1912) (1912, Deutsche Nationalbibliothek, CC0)
- Erwähnungen in historischen Zeitungen: 34.704 Treffer bis 1950, älteste 1735 in „Staats- und gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten“ (1735, Deutsches Zeitungsportal (Deutsche Digitale Bibliothek), CC0)„Volltextsuche im Zeitungsportal nach dem Ortsnamen (deutschsprachige Zeitungen); gleichnamige Orte und Texterkennungsfehler sind möglich.“
- „Staats- und gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten“, 1735-05-07 (Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky) (1735, Deutsches Zeitungsportal (Deutsche Digitale Bibliothek), CC0)
Normdaten
- Wikidata Q588905: Finsterwalde (CC0)
- GND 4300172-5: Finsterwalde (Gemeinsame Normdatei (DNB), CC0)„Namensvarianten: Finsterwalde (Niederlausitz)“
Ortsverzeichnisse
- GOV, Geschichtliches Orts-Verzeichnis: Finsterwalde (CC BY-SA 4.0)
Lexika
- Wikipedia: Finsterwalde und 8 weitere Artikel (CC BY-SA 4.0)
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Daten: GOV – Geschichtliches Orts-Verzeichnis (CC BY-SA 4.0), Wikidata (CC0), Wikipedia-Artikel: de.wikipedia.org/wiki/Finsterwalde (CC BY-SA 4.0).
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