Mikulczyce
Das Überraschende
Mikulczyce blieb 1921 trotz 73 % polnischer Stimmen in Deutschland und war 1933 das größte Dorf im Reich.
Die große Zahl
Seit 1311 gehörte Mikulczyce zu 6 verschiedenen Herrschaften.
Belegt mit 17 Quellen aus Bibliotheken, Normdaten und Ortsverzeichnissen
Mehr als 50 % der Orte in unserer Sammlung hatten weniger Herrschaften.
Zeitreise
Wärst du 1810 hier geboren, wärst du Preuße gewesen.
- Dein Ururgroßvater (geb. 1850): Preuße
- Dein Urgroßvater (1890): Deutscher
- Dein Großvater (1930): Untertan von Polen - Zweite Republik
Mit dem Ort eines Freundes vergleichen
Ortsakte · Nr. GA-11781116
Auch bekannt alsMikultschütz, Klausberg
Heute: Zabrze, Polen
Die Kurzfassung
Dein Ort ist Mikulczyce (Zabrze). Lange vor der ersten Erwähnung lebten hier wahrscheinlich Silinger, später Slawen. Dort leben rund 14.170 Menschen (Stand 1910). Dein Ort liegt am westlichen Rand des Teilgebiets Oberschlesiens, das bis 1177/1178 zu Kleinpolen gehörte. Dein Ort gehörte seit 1830 den Herren Henckel von Donnersmarck und industrialisierte sich im 19. Jahrhundert. Dein Ort gehört seit 1951 als Stadtteil zu Zabrze.
Lage
Lage: Zabrze, Polen · 50,336° N, 18,781° O · Karte bei OpenStreetMap (öffnet in neuem Tab)
Vor der ersten Erwähnung – ungefähr
- ca. 5500 – 4900 v. Chr.Bandkeramik-Kultur (Jungsteinzeit)VermutungUm 5500 v. Chr. erreichte die Bandkeramik vermutlich auch diese Gegend; ihre jüngste Phase reichte bis etwa 4900 v. Chr.
1Beleg anzeigen
- 1 „Die Bandkeramik erreichte die nördlichen Lössgrenzen in Mitteleuropa ab 5600 bis 5500 v. Chr. Nach einigen gängigen Lehrmeinungen ging sie aus dem Starčevo-Körös-Kulturkomplex hervor.“ – Wikipedia: Linearbandkeramische Kultur
- 1 „um 5100 bis 4900 v. Chr.: jüngste LBK (Überschneidungen mit jüngerer LBK).“ – Wikipedia: Linearbandkeramische Kultur
- ca. 1300 – 500 v. Chr.Lausitzer Kultur (Bronzezeit)VermutungVon etwa 1300 bis 500 v. Chr. gehörte die Gegend vermutlich zur Lausitzer Kultur der Bronze- und frühen Eisenzeit.
2Beleg anzeigen
- 2 „Die Lausitzer Kultur wird von etwa 1300 v. Chr. (Bronzezeit) bis ca. 500 v. Chr. (Eisenzeit) datiert.“ – Wikipedia: Lausitzer Kultur
- bis ca. 500SilingerungefährBis zum Abzug oder Untergang der Silinger im 5. Jahrhundert lebten in Schlesien wahrscheinlich Silinger.
3Beleg anzeigen
- 3 „Nach dem Abzug oder Untergang der Silinger im Zuge der Völkerwanderung im 5. Jahrhundert besiedelten nach 500 westslawische Stämme aus dem Osten Schlesien erneut, von denen die Namen der Golensizen, Opolanen, Slensanen, Dedosizen, Trebowanen und Boboranen überliefert sind.“ – Wikipedia: Schlesien
- ab ca. 500Westslawische Stämme (Slensanen, Opolanen u. a.)ungefährNach 500 besiedelten wahrscheinlich westslawische Stämme Schlesien erneut, von denen die Slensanen und Opolanen bekannt sind.
4Beleg anzeigen
- 4 „Nach dem Abzug oder Untergang der Silinger im Zuge der Völkerwanderung im 5. Jahrhundert besiedelten nach 500 westslawische Stämme aus dem Osten Schlesien erneut, von denen die Namen der Golensizen, Opolanen, Slensanen, Dedosizen, Trebowanen und Boboranen überliefert sind.“ – Wikipedia: Schlesien
- ca. 880 – 906Mährerreich und PřemyslidenungefährUm 880 wurde Schlesien wahrscheinlich dem Mährerreich angeschlossen; nach 906 dehnten die Přemysliden ihre Macht aus.
5Beleg anzeigen
- 5 „Im Jahr 880 (nach manchen Quellen auch vor 879) wurde ganz Schlesien von Svatopluk I. dem Mährerreich angeschlossen, was unter anderem von Gerard Labuda und Idzi Panic bestritten wurde.“ – Wikipedia: Schlesien
- 5 „Mit dem Zerfall dieses Reiches nach 906 dehnten die Přemysliden ihre Macht auch über Schlesien aus.“ – Wikipedia: Schlesien
- ungefährOrtsname (slawisch)wahrscheinlichDer Ortsname ist wahrscheinlich slawischen Ursprungs. Der Name leitet sich vom Personennamen Mikulcz ab.
6Beleg anzeigen
- 6 „wurde im Jahr 1311 erstmals urkundlich erwähnt, als er dem Ritter "Dobeslao de Miculczicz, militibus" gehörte“ – Wikipedia: Mikulczyce
Grenz-Zeitleiste
- 1311 – 1327Herzogtum OppelnHerzogtum Oppeln
Von 1311 bis 1327 gehörte Mikulczyce zum Herzogtum Oppeln.
7Beleg anzeigen
- 7 „Das Herzogtum Oppeln (polnisch Księstwo opolskie; tschechisch Opolské knížectví; lateinisch Ducatus Opoliensis) bestand von 1180 bis 1201 als Teilfürstentum Silesia Opoliensis des Herzogs Jaroslaw, des ältesten Sohnes des Herzogs Boleslaw I. von Schlesien; ab 1202 war es mit dem Herzogtum Ratibor verbunden und nach dessen Teilung 1281 ein eigenständiges Herzogtum.“ – Wikipedia: Herzogtum Oppeln
- 7 „Es wurde bis 1532 vom Oppelner Zweig den Schlesischen Piasten regiert, die 1532 mit Herzog Johann II. erloschen.“ – Wikipedia: Herzogtum Oppeln
- 7 „Am 6. Januar 1327 übertrug der Breslauer Herzog Heinrich VI. sein Gebiet an Böhmen, im selben Jahr folgten die restlichen oberschlesischen Teilherzogtümer und 1329 die Herzöge von Liegnitz, Brieg, Oels, Sagan und Steinau.“ – Wikipedia: Schlesien
- 1311EreignisEreignis
Mikulczyce wird 1311 erstmals erwähnt.
8Beleg (Wikipedia) anzeigen
- 8 „Der Ort bestand wahrscheinlich schon im 12. Jahrhundert, aber wurde im Jahr 1311 erstmals urkundlich erwähnt, als er dem Ritter „Dobeslao de Miculczicz, militibus“ gehörte.“ – Wikipedia: Mikulczyce
- 1327 – 1742Königreich BöhmenKönigreich Böhmen
Von 1327 bis 1742 gehörte Mikulczyce zur Krone Böhmen; ab 1526 regierten dort die Habsburger.
9Beleg anzeigen
- 9 „Am 6. Januar 1327 übertrug der Breslauer Herzog Heinrich VI. sein Gebiet an Böhmen, im selben Jahr folgten die restlichen oberschlesischen Teilherzogtümer und 1329 die Herzöge von Liegnitz, Brieg, Oels, Sagan und Steinau.“ – Wikipedia: Schlesien
- 9 „Von 1526 bis 1742 waren Habsburger als Könige von Böhmen zugleich Herzöge von Schlesien.“ – Wikipedia: Schlesien
- 1327EreignisEreignis
Im Jahr 1327 unterstellten sich die oberschlesischen Herzogtümer der Krone Böhmen. Von 1526 bis 1742 regierten die Habsburger als Könige von Böhmen auch als Herzöge von Schlesien.
10Beleg anzeigen
- 10 „Am 6. Januar 1327 übertrug der Breslauer Herzog Heinrich VI. sein Gebiet an Böhmen, im selben Jahr folgten die restlichen oberschlesischen Teilherzogtümer und 1329 die Herzöge von Liegnitz, Brieg, Oels, Sagan und Steinau.“ – Wikipedia: Schlesien
- 10 „Von 1526 bis 1742 waren Habsburger als Könige von Böhmen zugleich Herzöge von Schlesien.“ – Wikipedia: Schlesien
- 1742 – 1870PreußenPreußen
Von 1742 bis 1870 gehörte Mikulczyce zu Preußen.
11Beleg anzeigen
- 11 „Nach dem Ersten Schlesischen Krieg wurde im Vorfrieden von Breslau (1742) vereinbart, dass Österreich Nieder- und Oberschlesien bis zur Oppa sowie die böhmische Grafschaft Glatz an Preußen abzutreten hatte.“ – Wikipedia: Schlesien
- 11 „Mit der Annexion Schlesiens begründete Friedrich II. die Großmachtstellung Preußens in Europa.“ – Wikipedia: Schlesien
- 11 „Nach dem Ersten Schlesischen Krieg fiel das Herzogtum Oppeln 1742 wie der größte Teil Schlesiens an Preußen und gehörte verwaltungsmäßig ab 1815 zur Provinz Schlesien.“ – Wikipedia: Herzogtum Oppeln
- 1742EreignisEreignis
1742 trat Österreich nach dem Ersten Schlesischen Krieg den größten Teil Schlesiens an Preußen ab. Mit der Annexion Schlesiens begründete Friedrich II. die Großmachtstellung Preußens.
12Beleg anzeigen
- 12 „Nach dem Ersten Schlesischen Krieg wurde im Vorfrieden von Breslau (1742) vereinbart, dass Österreich Nieder- und Oberschlesien bis zur Oppa sowie die böhmische Grafschaft Glatz an Preußen abzutreten hatte.“ – Wikipedia: Schlesien
- 12 „Mit der Annexion Schlesiens begründete Friedrich II. die Großmachtstellung Preußens in Europa.“ – Wikipedia: Schlesien
- 12 „Nach dem Ersten Schlesischen Krieg fiel das Herzogtum Oppeln 1742 wie der größte Teil Schlesiens an Preußen und gehörte verwaltungsmäßig ab 1815 zur Provinz Schlesien.“ – Wikipedia: Herzogtum Oppeln
- 1871 – 1922Deutsches ReichDeutsches Reich
Von 1871 bis 1922 gehörte Mikulczyce zum Deutschen Reich.
Quelle: GOV - 1921EreignisEreignis
Am 20. März 1921 stimmten die Menschen in Oberschlesien über Deutschland oder Polen ab. Im Oktober 1921 beschloss der Völkerbundrat, die Region zu teilen.
13Beleg anzeigen
- 13 „fand am 20. März 1921 in Folge des Versailler Vertrages statt.“ – Wikipedia: Volksabstimmung in Oberschlesien 1921
- 13 „Der Völkerbundrat nahm am 20. Oktober 1921 einen auf Basis der Gemeindeergebnisse ausgearbeiteten Vorschlag zur Teilung der Region entlang der sogenannten Sforza-Linie an.“ – Wikipedia: Volksabstimmung in Oberschlesien 1921
- 1922 – 1939Polen - Zweite RepublikPolen - Zweite Republik
Von 1922 bis 1939 gehörte Mikulczyce zu Polen - Zweite Republik.
Quelle: GOV - 1939 – 1945Deutsches ReichDeutsches Reich
Von 1939 bis 1945 gehörte Mikulczyce zum Deutschen Reich.
Quelle: GOV - 1945 – heutePolenPolen
Seit 1945 gehört Mikulczyce zu Polen.
Quelle: GOV - 1945EreignisEreignis
Das Deutsche Reich hatte 1939 Polen überfallen; die Siegermächte legten 1945 auf der Potsdamer Konferenz seine Gebietsverluste im Osten fest. Es folgten Flucht und Vertreibung von rund 12 bis 14 Millionen Deutschen bis 1950; Mikulczyce liegt seitdem in Polen.
14Beleg anzeigen
- 14 „Als Überfall auf Polen wird der völkerrechtswidrige Angriffskrieg des nationalsozialistischen Deutschlands ab dem 1. September 1939 auf die Zweite Polnische Republik bezeichnet, mit dem der Zweite Weltkrieg in Europa begann.“ – Wikipedia: Überfall auf Polen
- 14 „Sie war eine Folge der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und Kriegsverbrechen in Ostmitteleuropa und Südosteuropa während der Zeit des Nationalsozialismus und der Gebietsverluste des Deutschen Reiches, die die Siegermächte (USA, Sowjetunion, Großbritannien) auf der Potsdamer Konferenz 1945 festlegten.“ – Wikipedia: Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa 1945–1950
- 14 „Sie betraf rund 12 bis 14 Millionen Deutsche in den Ostgebieten des Deutschen Reiches sowie in Ostmittel-, Ost- und Südosteuropa.“ – Wikipedia: Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa 1945–1950
- 14 „in den Jahren 1945 bis 1950 umfasste große Teile der dort ansässigen deutschsprachigen Bevölkerungsgruppen.“ – Wikipedia: Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa 1945–1950
- 1951EreignisEreignis
1951 wurde Mikulczyce nach Zabrze eingemeindet.
15Beleg (Wikipedia) anzeigen
- 15 „Bis zu seiner Eingemeindung nach Zabrze 1951 war Mikulczyce eine selbständige Gemeinde.“ – Wikipedia: Mikulczyce
- 1990EreignisEreignis
Am 14. November 1990 bestätigten Deutschland und Polen im Grenzvertrag die gemeinsame Grenze.
16Beleg anzeigen
- 16 „am 14. November 1990 zwischen Deutschland und Polen geschlossener völkerrechtlicher Vertrag, der die Unverletzlichkeit der Staatsgrenze garantiert“ – Wikipedia: Deutsch-polnischer Grenzvertrag
Findbuch · Verweise
Weiter forschen
Originale Akten, Karten und Zeitungen zu Mikulczyce liegen in deutschen Archiven. Diese Suchen führen direkt dorthin.
- Deutsche Digitale Bibliothek: Mikulczyce (öffnet in neuem Tab)
- Archivportal-D: Mikulczyce (öffnet in neuem Tab)
- Deutsches Zeitungsportal: Mikulczyce (öffnet in neuem Tab)
Archivalien in der Deutschen Digitalen Bibliothek
7 Objekte zu „Mikulczyce“ laut DDB, die ersten 5:
- Soika, Johannes, Zeitungsverlag, Buch- und Papierhandlung, Klausberg (Mikulczyce, Polen) (öffnet in neuem Tab) · Akte · Sächsisches Staatsarchiv
- Konrad Nowak. geb. 28.2.1899 in Mikultschütz (heute Mikulczyce, Polen). Bergarbeiter (öffnet in neuem Tab) · Akte · Sächsisches Staatsarchiv
- Engelbert Grucza. geb. 7.11.1900 in Mikultschütz (heute Mikulczyce, Polen). Bergarbeiter (öffnet in neuem Tab) · Akte · Sächsisches Staatsarchiv
- Kirche (öffnet in neuem Tab) · Kirchenbau · Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte - Bildarchiv Foto Marburg
- Mikultschütz, 1 Mark Waren (öffnet in neuem Tab) · Notgeldschein · Stiftung Deutsches Historisches Museum
Ortsname
Der Name leitet sich vom Personennamen Mikulcz ab.
17Beleg anzeigen
- 17 „wurde im Jahr 1311 erstmals urkundlich erwähnt, als er dem Ritter "Dobeslao de Miculczicz, militibus" gehörte“ – Wikipedia: Mikulczyce
Ersterwähnung
Der Ort wird erstmals im Jahr 1311 erwähnt.
18Beleg anzeigen
- 18 „Der Ort bestand wahrscheinlich schon im 12. Jahrhundert, aber wurde im Jahr 1311 erstmals urkundlich erwähnt, als er dem Ritter „Dobeslao de Miculczicz, militibus“ gehörte.“ – Wikipedia: Mikulczyce
Das nächste runde Jubiläum: 2061 (750 Jahre).
Quellen dieser Akte (17 Quellen aus 5 Einrichtungen)
Aktenvermerk
Quellen dieser Akte
17 Quellen aus 5 Einrichtungen
Für Mikulczyce ausgewertet: 17 Quellen · Ersterwähnung (1311) belegt in Wikipedia: Mikulczyce.
Bibliotheken
- [3308] : Lfg. 173. Hindenurg : [alt] Zabrze / geologisch und agronomisch bearb. durch P. Aßmann ... (1913) (1913, Deutsche Nationalbibliothek, CC0)„Katalog der Deutschen Nationalbibliothek, Schlagwort „Mikulczyce“: 6 Katalogeinträge bis 1960; bei gleichnamigen Orten können Titel einem anderen Ort gelten.“
- Erl.; Zabrze : Lfg. 173 = No. 39 (1914) (1914, Deutsche Nationalbibliothek, CC0)
- [5678] = 3308. Hindenburg (1917) (1917, Deutsche Nationalbibliothek, CC0)
- [5678] = 3308. Hindenburg (1928) (1928, Deutsche Nationalbibliothek, CC0)
- [5678] = 3308. Hindenburg (1929) (1929, Deutsche Nationalbibliothek, CC0)
Normdaten
- Wikidata Q11781116: Mikulczyce (CC0)
- GND 4110293-9: Mikulczyce (Gemeinsame Normdatei (DNB), CC0)„Namensvarianten: Mikultschütz, Klausberg“
Ortsverzeichnisse
- GOV, Geschichtliches Orts-Verzeichnis: Mikulczyce (CC BY-SA 4.0)
Lexika
- Wikipedia: Mikulczyce und 8 weitere Artikel (CC BY-SA 4.0)
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Daten: GOV – Geschichtliches Orts-Verzeichnis (CC BY-SA 4.0), Wikidata (CC0), Wikipedia-Artikel: de.wikipedia.org/wiki/Mikulczyce (CC BY-SA 4.0).
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