Rietschen
Auf einen Blick
Lange vor der ersten Erwähnung lebten hier wahrscheinlich Elbgermanen, später Slawen.
Die große Zahl
Seit 1362 gehörte Rietschen zu 7 verschiedenen Herrschaften.
Belegt mit 19 Quellen aus Archiven, Bibliotheken, Normdaten und Ortsverzeichnissen
Mehr als 72 % der Orte in unserer Sammlung hatten weniger Herrschaften.
Zeitreise
Wärst du 1810 hier geboren: (nicht belegt).
- Dein Ururgroßvater (geb. 1850): Preuße
- Dein Urgroßvater (1890): Deutscher
- Dein Großvater (1930): Deutscher
Mit dem Ort eines Freundes vergleichen
Ortsakte · Nr. GA-0502512
Auch bekannt alsRěčicy, Ричен
Heute: Landkreis Görlitz, Deutschland
Die Kurzfassung
Dein Ort ist Rietschen (Landkreis Görlitz). Lange vor der ersten Erwähnung lebten hier wahrscheinlich Elbgermanen, später Slawen. Dort leben rund 2.385 Menschen (Stand 2025). Dein Ort liegt vollständig im sorbischen Siedlungsgebiet der Oberlausitz. Ab 1991 entstand bei dir die Erlichthofsiedlung aus umgesetzten Schrotholzhäusern.
Lage
Lage: Landkreis Görlitz, Deutschland · 51,40° N, 14,783° O · Karte bei OpenStreetMap (öffnet in neuem Tab)
Vor der ersten Erwähnung – ungefähr
- ca. 2200 – 800 v. Chr.BronzezeitbelegtIm 19. Jahrhundert westlich von Rietschen wurden Gefäße eines bronzezeitlichen Gräberfeldes ausgegraben.
1Beleg anzeigen
- 1 „Im 19. Jahrhundert westlich von Rietschen ausgegrabene Gefäße eines bronzezeitlichen Gräberfeldes belegen eine urgeschichtliche Besiedlung.“ – Wikipedia: Rietschen
- ca. 1300 – 500 v. Chr.Lausitzer Kultur (Bronzezeit)VermutungVon etwa 1300 bis 500 v. Chr. gehörte die Gegend vermutlich zur Lausitzer Kultur der Bronze- und frühen Eisenzeit.
2Beleg anzeigen
- 2 „Die Lausitzer Kultur wird von etwa 1300 v. Chr. (Bronzezeit) bis ca. 500 v. Chr. (Eisenzeit) datiert.“ – Wikipedia: Lausitzer Kultur
- ca. 100 – 300Semnonen (Elbgermanen)ungefährUm 100 n. Chr. siedelten zwischen Elbe und Oder wahrscheinlich die Semnonen; im dritten Jahrhundert verließen sie bis auf Restgruppen ihre Heimat und gingen in den Alamannen auf.
3Beleg anzeigen
- 3 „Um 100 n. Chr. lag ihr Siedlungsgebiet im Raum zwischen Elbe und Oder sowie von den Westsudeten bis an die Havel, zeitweise auch jenseits von Oder und Warthe.“ – Wikipedia: Semnonen
- 3 „Ab dem dritten Jahrhundert verließen die Semnonen, bis auf Restgruppen ihre Heimat an Havel und Spree in Richtung Oberrhein und gingen in den Alamannen auf.“ – Wikipedia: Semnonen
- ca. 700 – 1031Milzener (Sorben)ungefährSpätestens im frühen 8. Jahrhundert wanderten wahrscheinlich die Milzener, Vorfahren der Sorben, in die Oberlausitz ein; 1031 fiel ihr Land wieder an die Mark Meißen.
4Beleg anzeigen
- 4 „Spätestens im frühen 8. Jahrhundert dürften die Milzener aus dem heutigen Polen in das beschriebenen Gebiet eingewandert sein.“ – Wikipedia: Milzener
- 4 „Sie waren die Vorfahren der bis heute in der Oberlausitz ansässigen Sorben.“ – Wikipedia: Milzener
- 4 „Dieser Beschluss wurde wohl 1018 im Frieden von Bautzen erneuert, bis das Milzenerland 1031 wieder an die Mark Meißen und 1076 an Herzog Vratislav II. von Böhmen fiel.“ – Wikipedia: Milzener
- ab ca. 1124OstsiedlungungefährSeit 1124 siedelten Flamen und Niederländer im Norden; um 1159/60 durften niederländische Siedler ehemals slawische Dörfer besetzen (Ostsiedlung).
5Beleg anzeigen
- 5 „Seit 1124 kam es zu ersten Ansiedlungen von Flamen und Niederländern in Norddeutschland bis zur Eider.“ – Wikipedia: Deutsche Ostsiedlung
- 5 „So gewährte Albrecht der Bär im Jahr 1159/60 niederländischen Siedlern das Recht, ehemalige Siedlungen der Slawen in Besitz zu nehmen.“ – Wikipedia: Deutsche Ostsiedlung
- ungefährOrtsname (slawisch)belegtDer Ortsname ist slawischen Ursprungs. Der Name deutet auf eine ursprünglich slawische Siedlung am Fluss (sorbisch rěka).
6Beleg anzeigen
- 6 „Die urkundliche Ersterwähnung des Ortes, 1362 als Reczicz, deutet auf eine ursprünglich slawische Siedlung am Fluss (sorbisch rěka), dem Weißen Schöps.“ – Wikipedia: Rietschen
Grenz-Zeitleiste
- 1362 – 1635Königreich BöhmenKönigreich Böhmen
Von 1362 bis 1635 gehörte Rietschen zum Königreich Böhmen.
7Beleg anzeigen
- 7 „Jedenfalls wurde der König von Böhmen 1319 von Kaiser Ludwig IV. mit dem Land Bautzen belehnt; die östliche Landeshälfte fiel dagegen als Heiratsgut an Heinrich I., Herzog von Jauer, der das Land Görlitz (mit Ausnahme der Gegend um Lauban) 1329 an den böhmischen König abtrat.“ – Wikipedia: Oberlausitz
- 7 „Der Prager Frieden von 1635 band die beiden Lausitzen (Ober- und Niederlausitz) an das Kurfürstentum Sachsen.“ – Wikipedia: Oberlausitz
- 1635 – 1806SachsenSachsen
Von 1635 bis 1806 gehörte Rietschen zu Sachsen.
8Beleg anzeigen
- 8 „Der Prager Frieden von 1635 band die beiden Lausitzen (Ober- und Niederlausitz) an das Kurfürstentum Sachsen.“ – Wikipedia: Oberlausitz
- 8 „Als Nebenabsprache auf dem Wiener Kongress (1815) musste der sächsische König die Teilung des Königreiches Sachsen und somit große Gebietsverluste zu Gunsten Preußens hinnehmen.“ – Wikipedia: Oberlausitz
- 8 „Die Albertiner blieben Kurfürsten bis zur Auflösung des Heiligen Römischen Reiches 1806 und erlangten danach durch ein Bündnis mit Napoleon die sächsische Königswürde.“ – Wikipedia: Kurfürstentum Sachsen
- 1635EreignisEreignis
Der Prager Frieden band 1635 die Ober- und die Niederlausitz an das Kurfürstentum Sachsen. 1815 musste der sächsische König auf dem Wiener Kongress große Gebietsverluste zugunsten Preußens hinnehmen.
9Beleg anzeigen
- 9 „Der Prager Frieden von 1635 band die beiden Lausitzen (Ober- und Niederlausitz) an das Kurfürstentum Sachsen.“ – Wikipedia: Oberlausitz
- 9 „Als Nebenabsprache auf dem Wiener Kongress (1815) musste der sächsische König die Teilung des Königreiches Sachsen und somit große Gebietsverluste zu Gunsten Preußens hinnehmen.“ – Wikipedia: Oberlausitz
- 9 „Die Albertiner blieben Kurfürsten bis zur Auflösung des Heiligen Römischen Reiches 1806 und erlangten danach durch ein Bündnis mit Napoleon die sächsische Königswürde.“ – Wikipedia: Kurfürstentum Sachsen
- 1807 – 1814keine Angabe
Für diese Zeit liegen uns keine gesicherten Angaben zur Herrschaft vor.
- 1815 – 1870PreußenPreußen
Von 1815 bis 1870 gehörte Rietschen zu Preußen.
Quelle: GOV - 1815EreignisEreignis
Das Königreich Sachsen musste große Gebietsabtretungen an Preußen akzeptieren, darunter die Lausitz.
10Beleg (Wikipedia) anzeigen
- 10 „Das Königreich Sachsen musste 1815 beim Wiener Kongress große Gebietsabtretungen an das Königreich Preußen akzeptieren, darunter ein Großteil der 1635 im Zuge des Prager Friedens vom Königreich Böhmen erhaltenen Lausitz, so dass Rietschen ab 1815 für die nächsten 130 Jahre unter preußischer Verwaltung stand.“ – Wikipedia: Rietschen
- 1816EreignisEreignis
Rietschen kam im Rahmen einer Verwaltungsreform an den neu gegründeten Kreis Rothenburg.
11Beleg (Wikipedia) anzeigen
- 11 „Im Rahmen einer Verwaltungsreform kam der Ort 1816 an den neu gegründeten Kreis Rothenburg in der preußischen Provinz Schlesien.“ – Wikipedia: Rietschen
- 1867EreignisEreignis
Der Anschluss an die Eisenbahnstrecke Berlin–Görlitz veränderte den Ort.
12Beleg (Wikipedia) anzeigen
- 12 „In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, insbesondere nach dem Anschluss an die Eisenbahnstrecke Berlin–Görlitz im Jahr 1867, verlor das Rittergut an Bedeutung und der Ort entwickelte sich zum Industriedorf.“ – Wikipedia: Rietschen
- 1871 – 1941Deutsches ReichDeutsches Reich
Von 1871 bis 1941 gehörte Rietschen zum Deutschen Reich.
Quelle: GOV - 1885EreignisEreignis
In Rietschen wurde eine Schule eingerichtet.
13Beleg (Wikipedia) anzeigen
- 13 „Die 1885 in Rietschen eingerichtete Schule erhielt 1890 ein eigenes Gebäude.“ – Wikipedia: Rietschen
- 1938EreignisEreignis
Nieder Prauske und Werda wurden nach Rietschen eingemeindet.
14Beleg (Wikipedia) anzeigen
- 14 „Am 1. April 1938 gab es eine größere Zahl von Eingemeindungen im Kreis Rothenburg, in deren Rahmen Neuliebel nach Altliebel, Nieder Prauske und Werda nach Rietschen und Mocholz nach Viereichen eingemeindet wurden.“ – Wikipedia: Rietschen
- 1942 – 1944keine Angabe
Für diese Zeit liegen uns keine gesicherten Angaben zur Herrschaft vor.
- 1945 – 1949Sowjetische BesatzungszoneSowjetische Besatzungszone
Von 1945 bis 1949 gehörte Rietschen zur Sowjetischen Besatzungszone.
Quelle: GOV - 1949 – 1990DDRDDR
Von 1949 bis 1990 gehörte Rietschen zu DDR.
Quelle: GOV - 1952EreignisEreignis
Rietschen wurde dem Kreis Weißwasser im Bezirk Cottbus zugeordnet.
15Beleg (Wikipedia) anzeigen
- 15 „1949 kam Rietschen an die neugegründete DDR und wurde 1952 dem Kreis Weißwasser im Bezirk Cottbus zugeordnet.“ – Wikipedia: Rietschen
- 1990 – heuteBundesrepublik DeutschlandBundesrepublik Deutschland
Seit 1990 gehört Rietschen zur Bundesrepublik Deutschland.
Quelle: GOV - 1992EreignisEreignis
Vier Gemeinden schlossen sich zur jetzigen Gemeinde Rietschen zusammen.
16Beleg (Wikipedia) anzeigen
- 16 „Die verbliebenen vier Gemeinden Daubitz, Rietschen, Teicha und Viereichen schlossen sich am 15. März 1992 zur jetzigen Gemeinde Rietschen zusammen.“ – Wikipedia: Rietschen
Findbuch · Verweise
Weiter forschen
Originale Akten, Karten und Zeitungen zu Rietschen liegen in deutschen Archiven. Diese Suchen führen direkt dorthin.
- Deutsche Digitale Bibliothek: Rietschen (öffnet in neuem Tab)
- Archivportal-D: Rietschen (öffnet in neuem Tab)
- Deutsches Zeitungsportal: Rietschen (öffnet in neuem Tab)
Archivalien in der Deutschen Digitalen Bibliothek
617 Objekte zu „Rietschen“ laut DDB, die ersten 5:
- Holzkohlemeiler bei Rietschen : Ort: Rěčicy / Rietschen. Holzkohlemeiler bei Rietschen (1961), Meilerstätte (öffnet in neuem Tab) · Fotografie · Sorbisches Institut - Serbski Institut / Sorbisches Kulturarchiv - Serbski kulturny archiw
- Holzkohlenherstellung in Rietschen : Handwerkstechniken - Kohlen- und Pechbrennerei. Ort: Rěčicy / Rietschen. Köhlerei. Holzmeiler bei Rietschen. (öffnet in neuem Tab) · Fotografie · Sorbisches Institut - Serbski Institut / Sorbisches Kulturarchiv - Serbski kulturny archiw
- Rietschen, Stallgebäude (öffnet in neuem Tab) · Fotografie · Deutsche Fotothek
- Rietschen, Stallgebäude (öffnet in neuem Tab) · Fotografie · Deutsche Fotothek
- Wohnhaus, Rietschen (öffnet in neuem Tab) · Wohnhaus · Deutsche Fotothek
Ortsname
Der Name deutet auf eine ursprünglich slawische Siedlung am Fluss (sorbisch rěka).
17Beleg anzeigen
- 17 „Die urkundliche Ersterwähnung des Ortes, 1362 als Reczicz, deutet auf eine ursprünglich slawische Siedlung am Fluss (sorbisch rěka), dem Weißen Schöps.“ – Wikipedia: Rietschen
Siedlung
- ab dem 7. JahrhundertGesichert
slawische Sorben
18Beleg anzeigen
- 18 „Die nach der Völkerwanderung größtenteils menschenleere Oberlausitz wurde erst ab dem 7. Jahrhundert von slawischen Sorben besiedelt, denen im Zuge der Ostexpansion deutsche Siedler folgten.“ – Wikipedia: Rietschen
- OstexpansionGesichert
deutsche Siedler
19Beleg anzeigen
- 19 „Die nach der Völkerwanderung größtenteils menschenleere Oberlausitz wurde erst ab dem 7. Jahrhundert von slawischen Sorben besiedelt, denen im Zuge der Ostexpansion deutsche Siedler folgten.“ – Wikipedia: Rietschen
Volk ist nicht gleich Gene ist nicht gleich Sprache.
Ersterwähnung
Der Ort wird erstmals im Jahr 1362 erwähnt.
20Beleg anzeigen
- 20 „Die urkundliche Ersterwähnung des Ortes, 1362 als Reczicz, deutet auf eine ursprünglich slawische Siedlung am Fluss (sorbisch rěka), dem Weißen Schöps.“ – Wikipedia: Rietschen
Das nächste runde Jubiläum: 2062 (700 Jahre).
Quellen dieser Akte (19 Quellen aus 7 Einrichtungen)
Aktenvermerk
Quellen dieser Akte
19 Quellen aus 7 Einrichtungen
Für Rietschen ausgewertet: 19 Quellen · 2 Archivfunde · Ersterwähnung (1362) belegt in Wikipedia: Rietschen.
Archive
- Testament des Carl Heinrich Schober, Amtsvorsteher, Rietschen. geb.: 20. Januar 1828 in Rietschen. gest.: 11. September (1828, Sächsisches Staatsarchiv, CC0)
- Tongruben der Bergbaugesellschaft Teicha - Böttcher & Brauns -, aus Rietschen in Teicha [1936 - 1947 (1936, Sächsisches Staatsarchiv, CC0)
Bibliotheken
- [5152] = 105. Section Am Raumberg (1882) (1882, Deutsche Nationalbibliothek, CC0)„Katalog der Deutschen Nationalbibliothek, Schlagwort „Rietschen“: 25 Katalogeinträge bis 1960; bei gleichnamigen Orten können Titel einem anderen Ort gelten.“
- 394. Sektion Niesky : nach v. Thudichum's Vorgange als Grundlage für historische und statistische Forschungen bearbeitet / Hrsg. v. d. Kgl. Sächs. Kommission für Geschichte (um 1901) (1901, Deutsche Nationalbibliothek, CC0)
- [4654] = 2692. Mücka (1901) (1901, Deutsche Nationalbibliothek, CC0)
- [4555] = 2623. Priebus (1911) (1911, Deutsche Nationalbibliothek, CC0)
- [4555] = 2623. Priebus (1911) (1911, Deutsche Nationalbibliothek, CC0)
- Erwähnungen in historischen Zeitungen: 2.319 Treffer bis 1950, älteste 1791 in „Kaiserlich privilegirte Hamburgische neue Zeitung“ (1791, Deutsches Zeitungsportal (Deutsche Digitale Bibliothek), CC0)„Volltextsuche im Zeitungsportal nach dem Ortsnamen (deutschsprachige Zeitungen); gleichnamige Orte und Texterkennungsfehler sind möglich.“
- „Kaiserlich privilegirte Hamburgische neue Zeitung“, 1791-03-26 (Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky) (1791, Deutsches Zeitungsportal (Deutsche Digitale Bibliothek), CC0)
Normdaten
- Wikidata Q502512: Rietschen (CC0)
- GND 4449888-3: Rietschen (Gemeinsame Normdatei (DNB), CC0)„Namensvarianten: Gemeinde Rietschen, Rěčicy“
Ortsverzeichnisse
- GOV, Geschichtliches Orts-Verzeichnis: Rietschen (CC BY-SA 4.0)
Lexika
- Wikipedia: Rietschen und 6 weitere Artikel (CC BY-SA 4.0)
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Daten: GOV – Geschichtliches Orts-Verzeichnis (CC BY-SA 4.0), Wikidata (CC0), Wikipedia-Artikel: de.wikipedia.org/wiki/Rietschen (CC BY-SA 4.0).
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