Saterland
Das Überraschende
Das Saterland war bis ins 19. Jahrhundert hinein nur per Schiff über die Sagter Ems zu erreichen.
Die große Zahl
Seit 1100 gehörte Saterland zu 4 verschiedenen Herrschaften.
Belegt mit 21 Quellen aus Bibliotheken, Normdaten und Ortsverzeichnissen
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Ortsakte · Nr. GA-0027643
Auch bekannt alsNeuwall, Strukelje, Hollenermoor, Wittensand, Langhorst, Ramsloh, Seelterlound, Seeidelsbierich
Heute: Landkreis Cloppenburg, Deutschland
Die Kurzfassung
Dein Ort ist Saterland (Landkreis Cloppenburg). Lange vor der ersten Erwähnung lebten hier wahrscheinlich Friesen, später Sachsen und Franken. Dort leben rund 14.340 Menschen (Stand 2025). Dein Ort liegt auf einer 15 Kilometer langen Sandinsel inmitten von Mooren und war bis ins 19. Jahrhundert nur per Schiff erreichbar. Hier lebt die kleinste anerkannte Sprachminderheit Deutschlands, die Saterfriesen. Das Saterland verfügte im Mittelalter über eine eigene Verfassung und eine eigene Gerichtsbarkeit.
Lage
Lage: Landkreis Cloppenburg, Deutschland · 53,082° N, 7,705° O · Karte bei OpenStreetMap (öffnet in neuem Tab)
Vor der ersten Erwähnung – ungefähr
- ca. 4200 – 2800 v. Chr.Trichterbecherkultur (Jungsteinzeit)VermutungVon etwa 4200 bis 2800 v. Chr. gehörte der Norden vermutlich zur Trichterbecherkultur der Jungsteinzeit.
1Beleg anzeigen
- 1 „Die Trichterbecherkultur oder Trichterrandbecherkultur (Abkürzung: TBK, TRB; englisch Funnelbeaker culture oder Funnelneckbeaker culture, Abkürzung FBC) ist eine archäologische Kultur der Jungsteinzeit (etwa 4200–2800 v. Chr.).“ – Wikipedia: Trichterbecherkultur
- ca. 1800 – 530 v. Chr.Nordischer Kreis (Bronzezeit)VermutungVon 1800 bis 530 v. Chr. gehörte der Norden vermutlich zum Nordischen Kreis der Bronzezeit, dessen Fundplätze bis Norddeutschland reichen.
2Beleg anzeigen
- 2 „Die Nordische Bronzezeit (1800 v. Chr. – 530 v. Chr.), auch „Nordischer Kreis“, ist nach Oscar Montelius (1843–1921) eine Epoche der Bronzezeit im südlichen Skandinavien, deren Fundplätze von Dänemark und Norddeutschland bis Estland reichen.“ – Wikipedia: Nordische Bronzezeit
- ab ca. 300 v. Chr.FriesenungefährSeit frühestens 300 v. Chr. entstanden an der Küste Wurten; um 12 bis 8 v. Chr. werden die Friesen erstmals bei den Römern genannt.
3Beleg anzeigen
- 3 „Frühestens 300 v. Chr. entstanden an der friesischen Küste die Warften oder Wurten.“ – Wikipedia: Friesen
- 3 „Die erste Erwähnung der Frisii (traditionell oft als „Friesen“ übersetzt) stammt von Plinius dem Älteren und steht in Zusammenhang mit den Drusus-Feldzügen (12 bis 8 v. Chr.).“ – Wikipedia: Friesen
- ca. 285 – 804SachsenungefährWahrscheinlich siedelten hier Sachsen, die Karl der Große in den Sachsenkriegen (772–804) unterwarf; die früheste sichere Nennung stammt von 285.
4Beleg anzeigen
- 4 „Seit der Merowingerzeit standen zumindest Teile der Sachsen immer wieder in einer losen Abhängigkeit zum Frankenreich, bis sie von Karl dem Großen in den Sachsenkriegen (772–804) endgültig unterworfen wurden.“ – Wikipedia: Sachsen (Volk)
- 4 „Abgesehen von Ptolemäus werden Sachsen erstmals bei Eutrop für das Jahr 285 genannt, wobei Eutrops Text zwischen 364 und 380 n. Chr. entstand.“ – Wikipedia: Sachsen (Volk)
- ca. 500 – 870Franken (Fränkisches Reich)ungefährSeit etwa 500 gehörte die Gegend wahrscheinlich zum Fränkischen Reich, das Chlodwig I. schuf; 870 wurde das mittlere Reich zwischen Ost- und Westfranken geteilt.
5Beleg anzeigen
- 5 „Der merowingische König Chlodwig I. vereinigte in den Jahren um 500 erstmals die Teilverbände der Salfranken und Rheinfranken und schuf das Fränkische Reich, das unter dem Karolinger Karl dem Großen seine größte Ausdehnung erfuhr.“ – Wikipedia: Franken (Volk)
- 5 „Das mittlere Königreich Lothringen wurde 870 zwischen dem Ostfrankenreich und Westfrankenreich aufgeteilt.“ – Wikipedia: Franken (Volk)
- ab ca. 793Wikinger (Wikingerzeit)VermutungIn der Wikingerzeit, die 793 mit dem Überfall auf Lindisfarne begann, könnten Wikinger auch diese Küste erreicht haben; friesische Kaufmannsquartiere gab es seit dem 8. Jahrhundert rund um die Nordsee.
6Beleg anzeigen
- 6 „Jedoch wird in der Regel erst der Überfall auf Lindisfarne 793 als Beginn der Wikingerzeit gesehen.“ – Wikipedia: Wikingerzeit
- 6 „Friesische Kaufmannsquartiere fand man seit dem 8. Jahrhundert rund um die Nordsee von Nordfrankreich und Ostengland bis Skandinavien und dem Mittelrheingebiet.“ – Wikipedia: Friesen
- ungefährOrtsname (germanisch)belegtDer Ortsname ist germanischen Ursprungs. Von der Grafschaft Sögel (Comitia Sygeltra) hat das Saterland seinen Namen.
7Beleg anzeigen
- 7 „Von der Grafschaft Sögel (Comitia Sygeltra) hat das Saterland ("Sagelter Land") auch seinen Namen.“ – Wikipedia: Saterland
Grenz-Zeitleiste
- 1100 – 1806Heiliges Römisches ReichHeiliges Römisches Reich
Von 1100 bis 1806 gehörte Saterland zum Heiligen Römischen Reich.
8Beleg anzeigen
- 8 „Mit seiner Kaiserkrönung am 2. Februar 962 in Rom knüpfte Otto I., wie 162 Jahre zuvor Karl der Große, an die Idee des erneuerten Römerreiches an.“ – Wikipedia: Heiliges Römisches Reich
- 8 „Das Heilige Römische Reich erlosch am 6. August 1806 mit der Niederlegung der Reichskrone durch Kaiser Franz II.“ – Wikipedia: Heiliges Römisches Reich
- 1803EreignisEreignis
1803 schlug das Herzogtum Oldenburg das Saterland im Zuge der Säkularisation des Hochstifts Münster zu.
9Beleg (Wikipedia) anzeigen
- 9 „1803 wurde das Saterland im Zuge der Säkularisation des Hochstifts Münster dem Herzogtum Oldenburg zugeschlagen.“ – Wikipedia: Saterland
- 1807 – 1932keine Angabe
Für diese Zeit liegen uns keine gesicherten Angaben zur Herrschaft vor.
- 1933 – 1945Deutsches ReichDeutsches Reich
Von 1933 bis 1945 gehörte Saterland zum Deutschen Reich.
Quelle: GOV - 1945 – 1948Britische BesatzungszoneBritische Besatzungszone
Von 1945 bis 1948 gehörte Saterland zur Britischen Besatzungszone.
Quelle: GOV - 1945EreignisEreignis
Nach der Kapitulation des Deutschen Reichs im Mai 1945 übernahmen die Siegermächte die Regierungsgewalt und teilten Deutschland in Besatzungszonen. Saterland lag in der Britischen Besatzungszone.
10Beleg anzeigen
- 10 „Nach der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Streitkräfte am 8. Mai 1945 und der Verhaftung der Geschäftsführenden Reichsregierung am 23. Mai hatten die Siegermächte am 5. Juni mit der Berliner Deklaration und der Feststellung der Besatzungszonen sowie der Einsetzung eines alliierten Kontrollrates offiziell die Regierungsgewalt in Deutschland übernommen.“ – Wikipedia: Potsdamer Konferenz
- 10 „Der Gründung der Bundesrepublik als demokratischer westdeutscher Teilstaat mit Westbindung am 23. Mai 1949 folgte die Gründung der sozialistischen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) am 7. Oktober 1949 als ostdeutscher Teilstaat unter sowjetischer Hegemonie.“ – Wikipedia: Deutschland
- 1949 – 1973keine Angabe
Für diese Zeit liegen uns keine gesicherten Angaben zur Herrschaft vor.
- 1949EreignisEreignis
Aus den westlichen Besatzungszonen entstand am 23. Mai 1949 die Bundesrepublik Deutschland. Aus der sowjetischen Zone entstand am 7. Oktober 1949 die DDR.
11Beleg anzeigen
- 11 „Der Gründung der Bundesrepublik als demokratischer westdeutscher Teilstaat mit Westbindung am 23. Mai 1949 folgte die Gründung der sozialistischen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) am 7. Oktober 1949 als ostdeutscher Teilstaat unter sowjetischer Hegemonie.“ – Wikipedia: Deutschland
- 11 „Die DDR ging aus der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) hervor, die infolge der Besetzung und Teilung Deutschlands nach 1945 zustande gekommen war.“ – Wikipedia: Deutsche Demokratische Republik
- 1974 – heuteBundesrepublik DeutschlandBundesrepublik Deutschland
Seit 1974 gehört Saterland zur Bundesrepublik Deutschland.
Quelle: GOV - 1974EreignisEreignis
Am 1. März 1974 schuf die kommunale Gebietsreform die Gemeinde Saterland in ihrer heutigen Form.
12Beleg (Wikipedia) anzeigen
- 12 „Am 1. März 1974 schließlich wurde im Zuge der kommunalen Gebietsreform die Gemeinde Saterland in ihrer heutigen Form geschaffen.“ – Wikipedia: Saterland
Findbuch · Verweise
Weiter forschen
Originale Akten, Karten und Zeitungen zu Saterland liegen in deutschen Archiven. Diese Suchen führen direkt dorthin.
- Deutsche Digitale Bibliothek: Saterland (öffnet in neuem Tab)
- Archivportal-D: Saterland (öffnet in neuem Tab)
- Deutsches Zeitungsportal: Saterland (öffnet in neuem Tab)
Archivalien in der Deutschen Digitalen Bibliothek
228 Objekte zu „Saterland“ laut DDB, die ersten 5:
- V. Reise von Ellerbruch in das Saterland (öffnet in neuem Tab) · Kapitel · Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
- Sterberegister des Standesamtes Saterland - Erstregister (öffnet in neuem Tab) · Verzeichnung · Niedersächsisches Landesarchiv
- Sterberegister des Standesamts Saterland~Erstregister~Band: (öffnet in neuem Tab) · Verzeichnung · Niedersächsisches Landesarchiv
- Sterberegister des Standesamts Saterland~Erstregister~Band: (öffnet in neuem Tab) · Verzeichnung · Niedersächsisches Landesarchiv
- Das Saterland, ein Land der Friesen (öffnet in neuem Tab) · Deutsche Nationalbibliothek
Ortsname
Von der Grafschaft Sögel (Comitia Sygeltra) hat das Saterland seinen Namen.
13Beleg anzeigen
- 13 „Von der Grafschaft Sögel (Comitia Sygeltra) hat das Saterland ("Sagelter Land") auch seinen Namen.“ – Wikipedia: Saterland
Siedlung
- Zwischen 1100 und 1400Gesichert
Friesen aus dem heutigen Ostfriesland
14Beleg anzeigen
- 14 „Zwischen 1100 und 1400 wurde die Tecklenburger Grafschaft Sögel, die das heutige Saterland und Teile des Hümmlings umfasste, von Friesen aus dem heutigen Ostfriesland besiedelt.“ – Wikipedia: Saterland
Volk ist nicht gleich Gene ist nicht gleich Sprache.
Quellen dieser Akte (21 Quellen aus 6 Einrichtungen)
Aktenvermerk
Quellen dieser Akte
21 Quellen aus 6 Einrichtungen
Für Saterland ausgewertet: 21 Quellen · Ersterwähnung in diesen Quellen nicht belegt.
Bibliotheken
- [2912] = 1445. Scharrel (1908) (1908, Deutsche Nationalbibliothek, CC0)„Katalog der Deutschen Nationalbibliothek, Schlagwort „Saterland“: 9 Katalogeinträge bis 1960; bei gleichnamigen Orten können Titel einem anderen Ort gelten.“
- [3423] = 1814. Otternhagen (1910) (1910, Deutsche Nationalbibliothek, CC0)
- [2812] = 1365. Barssel (1918) (1918, Deutsche Nationalbibliothek, CC0)
- Bl. 10. Amt Friesoythe (1923) (1923, Deutsche Nationalbibliothek, CC0)
- [2912] = 1445. Scharrel (1925) (1925, Deutsche Nationalbibliothek, CC0)
- Erwähnungen in historischen Zeitungen: 4.554 Treffer bis 1950, älteste 1709 in „Hamburger Relations-Courier“ (1709, Deutsches Zeitungsportal (Deutsche Digitale Bibliothek), CC0)„Volltextsuche im Zeitungsportal nach dem Ortsnamen (deutschsprachige Zeitungen); gleichnamige Orte und Texterkennungsfehler sind möglich.“
- „Hamburger Relations-Courier“, 1709-12-09 (Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky) (1709, Deutsches Zeitungsportal (Deutsche Digitale Bibliothek), CC0)
Normdaten
- Wikidata Q27643: Saterland (CC0)
- GND 4051749-4: Saterland (Gemeinsame Normdatei (DNB), CC0)„Namensvarianten: Seelterlound, Sagterland, Gemeinde Saterland · Gründung/Errichtung laut GND: 1974; 1934“
Ortsverzeichnisse
- GOV, Geschichtliches Orts-Verzeichnis: Saterland (CC BY-SA 4.0)
Lexika
- Wikipedia: Saterland und 10 weitere Artikel (CC BY-SA 4.0)
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Daten: GOV – Geschichtliches Orts-Verzeichnis (CC BY-SA 4.0), Wikidata (CC0), Wikipedia-Artikel: de.wikipedia.org/wiki/Saterland (CC BY-SA 4.0).
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